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Hallo zusammen,

kann mir jemand weiterhelfen, welche der folgenden Alternativen besser ist?

1) Unser Englisch und das Englisch von vor 1000 Jahren unterscheiden sich stark.

2) Unser Englisch und das Englisch vor 1000 Jahren unterscheiden sich stark.

Vielen Dank! :)

Lieben Gruss
Simone



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Textbewährungshelfer
Textbewährungshelfer

Es ist beides richtig. Ich persönlich denke allerdings,
Beispiel:
Unser Englisch und das Englisch vor 1000 Jahren unterscheiden sich stark.
klingt eleganter.

Grüße
Lea


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Wortvollzugsbeamter
Wortvollzugsbeamter
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Lustig, ich finde, "von vor 1000 Jahren" klingt eleganter. :)

_________________
viele Grüße,
Qwerty


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qwerty schrieb:
Lustig, ich finde, "von vor 1000 Jahren" klingt eleganter. :)


Hallo "qwerty",

es mag vielleicht Satzkonstellationen geben, bei denen der Zusatz "von" geeignet sein mag,
bei diesem Satzkonstrukt ist es aber nichts weiter als ein völlig überflüssiges, unnötiges
Füllwort – und zeugt von schlechtem Schreibstil!

Weitaus wichtiger und bedeutender ist das nachstehend Geschilderte:

Einer der größten Kardinalfehler in der ‚deutschen Interpunktion‘ ist, ein Komma nach der
Grußformel am Schluss einer Korrespondenz zu setzen.* An dieser Stelle ist das Komma „sinn-
verändernd“, wie es in der Fachsprache heißt.

Bsp.:
Freundliche Grüße Herrmann (korrekt: Herrmann entrichtet Grüße an den Adressaten).
Freundliche Grüße, Herrmann bedeutet, dass der Empfänger mit Herrmann angesprochen
wird.
Logischerweise muss das ja auch so sein, denn wie sollte man anderweitig die beiden
Fälle in ihrer Bedeutung unterscheiden können; falls dieses erforderlich sein sollte?!

Weitere Beispiele zum Thema „‚sinnveränderndes‘ bzw. ‚-bestimmendes‘ Komma“:

Man vergleiche:

Wir rieten, ihm zu folgen. vs. Wir rieten ihm, zu folgen.
Karl, mein Bruder, und ich gingen spazieren. (= 2 Personen) vs.
Karl, mein Bruder und ich gingen spazieren. (= 3 Personen)

Beste Grüße
Dr. A. G.
– Korrektor und Lektor –
____________

*) Siehe hierzu auch im DUDEN, Band 9, 6. Aufl. (2007), S. 193 unter „Briefschluss“
sowie unter DUDEN: Handbuch Zeichensetzung, 2., aktual. und überarb. Aufl. (2014), S. 38/Abschnitt 34.


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Lea schrieb:
Es ist beides richtig. Ich persönlich denke allerdings,
Beispiel:
Unser Englisch und das Englisch vor 1000 Jahren unterscheiden sich stark.
klingt eleganter.

Grüße
Lea



Hallo Lea,

Du liegst richtig!

Es gibt vielleicht Satzkonstellationen, bei denen der Zusatz "von" geeignet sein mag,
bei diesem Satzkonstrukt ist es aber nichts weiter als ein völlig überflüssiges, unnö-
tiges Füllwort – und zeugt von schlechtem Schreibstil!

Freundliche Grüße
Dr. A. G.
– Korrektor und Lektor –


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Simone schrieb:
Hallo zusammen,

kann mir jemand weiterhelfen, welche der folgenden Alternativen besser ist?

1) Unser Englisch und das Englisch von vor 1000 Jahren unterscheiden sich stark.

2) Unser Englisch und das Englisch vor 1000 Jahren unterscheiden sich stark.

Vielen Dank! :)

Lieben Gruss
Simone



Hallo Simone,

es gibt vielleicht Satzkonstellationen, bei denen der Zusatz "von" geeignet sein mag,
bei diesem Satzkonstrukt jedoch, ist es aber nichts weiter als ein völlig überflüssiges,
unnötiges Füllwort – und zeugt von schlechtem Schreibstil!

Beste Grüße
Dr. A. G.
– Korrektor und Lektor –


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Gast schrieb:
qwerty schrieb:
Lustig, ich finde, "von vor 1000 Jahren" klingt eleganter. :)



Nachstehendes haben Sie wohl noch immer nicht begriffen (daher zur Wiederholung):

Hallo "qwerty",

einer der größten Kardinalfehler in der ‚deutschen Interpunktion‘ ist, ein Komma nach der
Grußformel am Schluss einer Korrespondenz zu setzen.* An dieser Stelle ist das Komma
„sinnverändernd“, wie es in der Fachsprache heißt.

Bsp.:
Freundliche Grüße Herrmann (korrekt: Herrmann entrichtet Grüße an den Adressaten).
Freundliche Grüße, Herrmann bedeutet, dass der Empfänger mit Herrmann angesprochen
wird.
Logischerweise muss das ja auch so sein, denn wie sollte man anderweitig die beiden
Fälle in ihrer Bedeutung unterscheiden können; falls dieses erforderlich sein sollte?!

Weitere Beispiele zum Thema „‚sinnveränderndes‘ bzw. ‚-bestimmendes‘ Komma“:

Man vergleiche:

Wir rieten, ihm zu folgen. vs. Wir rieten ihm, zu folgen.
Karl, mein Bruder, und ich gingen spazieren. (= 2 Personen) vs.
Karl, mein Bruder und ich gingen spazieren. (= 3 Personen)

Beste Grüße
Dr. A. G.
– Korrektor und Lektor –
____________

*) Siehe hierzu auch im DUDEN, Band 9, 6. Aufl. (2007), S. 193 unter „Briefschluss“
sowie unter DUDEN: Handbuch Zeichensetzung, 2., aktual. und überarb. Aufl. (2014), S. 38/Abschnitt 34.


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Danke für die Erinnerung.

Die zitierten Passagen gelten m. W. jedoch nur für formelhafte Briefabschlüsse. Als solchen möchte ich meine Signatur hier nicht verstanden wissen, weder als formelhaft noch als Abschluss eines Briefes, sondern als persönlicher wirkend mit Nähe zum Fließtext, worauf auch die Kleinschreibung von viele hindeuten soll.

Die Problematik hierbei erschließt sich allerdings spätestens dann, wenn eine Abgrenzung zum Imperativ versucht wird. Ohne Komma gelingt dies nicht zufriedenstellend.
Die Gefahr einer Sinnentstellung besteht außerdem nur, wenn eine Grußformel - wie in den Beispielen geschehen - einzeilig ausfällt. Ich bitte daher um Nachsicht, dass ich in diesem Fall, in einem Forum, abseits formaler Konversation, beim Komma bleibe.

PS. Wenn wir schon bei Erinnerungen sind: Ich erlaube mir, darauf hinzuweisen, dass das Verwenden halber Anführungszeichen außerhalb wörtlicher Rede ebenfalls als Kardinalfehler gilt.

_________________
viele Grüße,
Qwerty


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qwerty schrieb:
Danke für die Erinnerung.

Die zitierten Passagen gelten m. W. jedoch nur für formelhafte Briefabschlüsse. Als solchen möchte ich meine Signatur hier nicht verstanden wissen, weder als formelhaft noch als Abschluss eines Briefes, sondern als persönlicher wirkend mit Nähe zum Fließtext, worauf auch die Kleinschreibung von viele hindeuten soll.

Die Problematik hierbei erschließt sich allerdings spätestens dann, wenn eine Abgrenzung zum Imperativ versucht wird. Ohne Komma gelingt dies nicht zufriedenstellend.
Die Gefahr einer Sinnentstellung besteht außerdem nur, wenn eine Grußformel - wie in den Beispielen geschehen - einzeilig ausfällt. Ich bitte daher um Nachsicht, dass ich in diesem Fall, in einem Forum, abseits formaler Konversation, beim Komma bleibe.

PS. Wenn wir schon bei Erinnerungen sind: Ich erlaube mir, darauf hinzuweisen, dass das Verwenden halber Anführungszeichen außerhalb wörtlicher Rede ebenfalls als Kardinalfehler gilt.
qwerty schrieb:
Danke für die Erinnerung.

Die zitierten Passagen gelten m. W. jedoch nur für formelhafte Briefabschlüsse. Als solchen möchte ich meine Signatur hier nicht verstanden wissen, weder als formelhaft noch als Abschluss eines Briefes, sondern als persönlicher wirkend mit Nähe zum Fließtext, worauf auch die Kleinschreibung von viele hindeuten soll.

Die Problematik hierbei erschließt sich allerdings spätestens dann, wenn eine Abgrenzung zum Imperativ versucht wird. Ohne Komma gelingt dies nicht zufriedenstellend.
Die Gefahr einer Sinnentstellung besteht außerdem nur, wenn eine Grußformel - wie in den Beispielen geschehen - einzeilig ausfällt. Ich bitte daher um Nachsicht, dass ich in diesem Fall, in einem Forum, abseits formaler Konversation, beim Komma bleibe.

PS. Wenn wir schon bei Erinnerungen sind: Ich erlaube mir, darauf hinzuweisen, dass das Verwenden halber Anführungszeichen außerhalb wörtlicher Rede ebenfalls als Kardinalfehler gilt.



Hallo qwerty,

all Ihre Ausführungen greifen nicht: unlogisch, unschlüssig, ... und fachlich inkorrekt
(Marke Eigenbau).

Halbe Anführungszeichen sind sehr wohl in der von mir angewendeten 'Form' gestattet;*
in wissenschaftlichen Texten ist das keine Seltenheit. Da ich zwei Diplomarbeiten und
eine Dissertation geschrieben sowie unzählige Manuskripte redigiert habe, denke ich,
dass ich mich hier ein wenig besser auskenne als Sie.
Ein wirklich gravierender Fehler wäre es schon gar nicht, da hierdurch – ganz im Gegen-
satz zu falsch gesetzten "Sinnkommas" – "nicht viel 'angerichtet'" werden kann.

Besten Gruß
Dr. A. G.
– Korrektor und Lektor –

________________
*) DUDEN: Handbuch Zeichensetzung, 2., aktual. u. überarb. Aufl. (2014), S. 216/Abschnitt 256
(im DUDEN, Bd. 9, wird hierauf nicht hingewiesen [die verschiedenen DUDEN-Werke laufen nicht
immer konform; in manchen Punkten weichen sie auch von der DIN 5008 ab – im Zweifelsfall orien-
tiere man sich an der Norm]).


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Hallo(,) Herr Doktor,

Zitat:
all Ihre Ausführungen greifen nicht: unlogisch, unschlüssig, ... und fachlich inkorrekt
(Marke Eigenbau).

ich lasse mich gern überzeugen.

Zitat:
Halbe Anführungszeichen sind sehr wohl in der von mir angewendeten 'Form' gestattet;*

Dann muss ich den Kardinalfehler wohl zurücknehmen. Wie wäre es stattdessen mit "typographischem Stilbruch"?

_________________
viele Grüße,
Qwerty


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